Diese finanziellen Vorteile bringt ein Firmenwagen

Wenn der Arbeitgeber einen Firmenwagen zur Verfügung stellt oder ein Selbstständiger sein Auto vorwiegend dienstlich nutzt, ergibt sich ein geldwerter Vorteil, der steuerlich zu würdigen ist. Er kann durch ein Fahrtenbuch oder durch die 1 % Regelung ermittelt werden.

Wie entsteht der geldwerte Vorteil?

Für den Angestellten ergibt sich der geldwerte Vorteil, weil er den Wagen auch privat nutzt und daher kein eigenes Fahrzeug anschaffen muss. Außerdem übernimmt der Arbeitgeber in der Regel die Kosten für Inspektionen, Versicherungen, den TÜV und die Reifenwechsel. Selbstständige setzen alle mit dem Fahrzeug verbundenen Kosten von der Steuer ab, nutzen dieses aber ebenfalls privat, was zum geldwerten Vorteil führt. Es ist nur die Privatnutzung zu versteuern. Diesen Anteil ermittelt der Firmenwagenrechner.

Fahrtenbuch oder Pauschalversteuerung des Firmenwagens

Der Nutzer eines Firmenwagens kann oder muss (bei überwiegend privater Nutzung) ein Fahrtenbuch führen. Ansonsten erfolgt die Berechnung nach der sogenannten 1 % Regelung pauschal, was bedeutet, dass 1 % des Listenpreises (brutto, Neupreis im Inland) der geldwerte Vorteil der privaten Nutzung ist. Dieser geldwerte Vorteil reduziert das Nettoeinkommen. Das geht aus dem Firmenwagenrechner hervor.

Vorteile durch den Firmenwagen

Der Firmenwagen bringt den Nutzern zweifellos Vorteile. Selbstständige schaffen nur ein Fahrzeug an und nutzen es gleichermaßen beruflich und privat, sie können also sowohl die Anschaffung inklusive Abschreibung oder das Leasing als auch die Unterhaltskosten steuerlich geltend machen. Arbeitnehmer dürfen meistens den vom Arbeitgeber gestellten Dienstwagen auch privat nutzen, ohne mit den zusätzlichen Kosten belastet zu sein. Das Fahrzeug ist Eigentum des Arbeitgebers, bei Selbstständigen gehört es zu deren Firmenvermögen mit dem Steuervorteil der betrieblichen Abschreibung.

Unterschied zwischen Fahrtenbuch und 1 % Regelung

Die 1 % Regelung kann nur angewendet werden, wenn das Fahrzeug zu über 50 % dienstlich genutzt wird. Es wird monatlich pauschal 1 % vom Brutto-Listenpreis versteuert. Ansonsten ist ein Fahrtenbuch zu führen. Das ist in der Praxis weniger aufwendig als gedacht. Wer den Wagen überwiegend privat nutzt, muss freilich mit einer höheren steuerlichen Belastung rechnen. Bei der Pauschalversteuerung kommen 0,03 % des Listenpreises pro Kilometer zwischen Arbeits- und Wohnort als Pauschale hinzu, es sei denn, monatlich werden höchstens 14 Fahrten zur Arbeitsstätte zurückgelegt. Dann sind es nur 0,002 % des Listenpreises. Das rechnet sich beispielsweise für Außendienstmitarbeiter, die selten das Büro ihres Unternehmens aufsuchen. Selbstständige müssen darauf achten, auch die Mehrwertsteuer auf 80 % abzuführen. Ein Fahrtenbuch bildet die tatsächlichen Kosten ab. Eingetragen werden:

  • Datum der Fahrt
  • Kilometerstand bei Fahrtbeginn und -ende
  • Zweck der Fahrt
  • Route und Reiseziel
  • bei Dienstfahrten: Name der aufgesuchten Person

Ein Fahrtenbuch aus Papier führt der Schreibwarenhandel, es muss lückenlos geführt werden. Seiten dürfen nicht fehlen, ansonsten wird es insgesamt vom Finanzamt nicht anerkannt. Inzwischen existieren auch elektronische Fahrtenbücher. Die Anbieter behaupten in jedem Fall, dass ihre Software den Forderungen des Finanzamts entspricht, das stimmt aber nicht immer. Nutzer sollten ihren Steuerberater befragen. Dieses Fahrtenbuch verlangt natürlich ebenso bestimmte Eingaben, ermittelt dann aber über das On-Board-Diagnose-System automatisch die Fahrtkilometer.

Wie ist die Dienstwagennutzung juristisch geregelt?

Arbeitgeber können die Privatnutzung eines Firmenwagens vertraglich ausschließen. Das kommt eher selten vor, weil sie dieses Privileg gerade einsetzen, um gute Mitarbeiter zu rekrutieren. Es dient manchmal auch als Ergänzung oder Alternative bei Gehaltsverhandlungen. Einige Arbeitgeber zeigen sich sehr großzügig und übernehmen dienstliche Spritkosten, was aber nicht zwingend ist. In jedem Fall ist der Arbeitgeber verpflichtet, alle zusätzlichen Kosten zu übernehmen: Zulassung, Versicherung, Inspektionen und sonstige Werkstattkosten, Reifenwechsel, TÜV. Da der Firmenwagen das Eigentum der Firma bleibt, muss sich diese grundsätzlich um Schäden kümmern, aber nicht, wenn diese bei einer Privatfahrt entstanden sind. Bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz des Fahrers haftet dieser ebenfalls.

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