Schnell und einfach die Gewerbesteuer für Ihr Unternehmen berechnen

Der Gewerbesteuerrechner ermöglicht die Berechnung der anfallenden Gewerbesteuer. Diese hängt von der Rechtsform einer Firma und vom Hebesatz der Gemeinde ab, in der sie ihren Sitz hat. Die Rechtsgrundlagen finden sich im Gewerbesteuergesetz (GewStG). Firmen mit mehreren Sitzen zahlen die Steuer anteilig an die einzelnen Kommunen im Verhältnis zu den dort entstandenen Umsätzen.

Allgemeines zur Gewerbesteuer

Die Kommunen legen für die Gewerbesteuer einen individuellen Hebesatz fest und erhalten die Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Die Hebesätze zwischen einzelnen deutschen Gemeinden unterscheiden sich deutlich, es gibt in Deutschland in dieser Hinsicht durchaus Steueroasen, in denen sich sogar Briefkastenfirmen ansiedeln. Jeder Gewerbebetrieb ist zur Abführung der Gewerbesteuer verpflichtet. Er erhält je nach seiner Rechtsform einen unterschiedlich hohen Freibetrag:

  • Einzelunternehmen und Personengesellschaften: 24.500 €
  • Kapitalgesellschaften: kein Freibetrag
  • öffentliche Rechtspersonen: 5.000 €

Die Ausgangsbasis für eine Gewerbesteuerberechnung ist der Gewerbeertrag. Er kann Kürzungen und Hinzurechnungen unterliegen, anschließend rundet das Finanzamt auf volle 100 € ab. Der Betrag kann 0 € betragen, aber nicht negativ werden, sodass es in keinem Fall eine Erstattung von Gewerbesteuer gibt. Der nach Kürzung oder Hinzurechnung ermittelte Betrag wird mit der Gewerbesteuermesszahl von 3,5 % multipliziert. Anschließend wendet die Gemeinde auf den auf diese Weise ermittelten Steuermessbetrag ihren Hebesatz an. Er beträgt mindestens 200 %, höhere Hebesätze können Kommunen selbst festlegen.

Wonach legen Gemeinden ihren Hebesatz fest?

Die Entscheidung erfolgt im Gemeinderat per Beschluss und darf frei getroffen werden, wobei die Gemeindevertreter in einem Spannungsfeld operieren: Ein höherer Hebesatz verschafft ihnen höhere Gewerbesteuereinnahmen durch die bereits ansässigen Unternehmen, doch er schreckt neue Unternehmen ab, die sich bei einem niedrigeren Hebesatz eher ansiedeln würden. Ein zu hoher Hebesatz kann sogar zur Abwanderung von Unternehmen führen. Allerdings hängen Unternehmensansiedlungen auch von ganz anderen Faktoren wie etwa der Infrastruktur ab. Darüber hinaus haben größere Städte manchmal keine Wahl, sie benötigen gewisse Gewerbesteuereinnahmen und operieren daher meist mit Hebesätzen von deutlich über 410 %, während kleinere Gemeinden den Hebesatz oft absenken.

Gewerbesteuer wird auf Einkommensteuer angerechnet

Einzelunternehmer und Gesellschafter von Personengesellschaften zahlen zwar die Gewerbesteuer, sie wird aber auf ihre Einkommensteuer angerechnet. Diese Anrechnung führt zur Steuerneutralität bis zu 380 % Hebesatz. Unser Gewerbesteuerrechner ermittelt für diese Betroffenen die tatsächliche Gewerbesteuerbelastung nach der genannten Einkommensteuerermäßigung. Darüber hinaus zeigt er die Durchschnittsbelastung in Prozent, welcher der Gewerbetreibende durch die Gewerbesteuer unterliegt. Berücksichtigt werden dabei:

  • Gewerbeertrag
  • eventueller Freibetrag
  • eventuelle Einkommensteuerermäßigung

Bedeutung der Gewerbesteuer

Für deutsche Kommunen ist diese Steuerart die wichtigste Einnahmequelle. Nur in Deutschland gibt es eine Gewerbesteuer. Da es hierzu Diskussionen gibt, argumentieren deutsche Kommunen mit der Finanzierung der Infrastruktur. Nur dadurch könnten sich Gewerbebetriebe ansiedeln (sogenanntes Äquivalenzprinzip). Das wirft die beiden Fragen auf, wie dann andere Staaten ihre Infrastruktur finanzieren und wieso das abstrakte Äquivalenzprinzip durch die Abgabenordnung im § 3 verneint wird. Dort steht ausdrücklich, dass Unternehmen keinen unmittelbaren Anspruch auf Leistungen der Kommune haben, nur weil sie Steuern zahlen. Praktisch wenden allerdings viele Kommunen freiwillig das Äquivalenzprinzip an: Sie erhöhen möglicherweise ihren Hebesatz, investieren aber auch in Gewerbeparks. Gewerbetreibende müssen entscheiden, ob der geforderte Hebesatz zu den infrastrukturellen Leistungen einer Kommune passt. Wenn das nicht der Fall ist, kann sich ein Unternehmen woanders ansiedeln, was natürlich wiederum kostenträchtig ist und gewachsene Geschäftsbeziehungen kappen kann. Das wissen die Gemeinden. Wenn sie Geld brauchen, erhöhen sie auch willkürlich ihre Hebesätze, was sehr kritisch zu betrachten ist.

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